Montag, 23. Dezember 2019

Blood Orange - Was sie nicht wissen

Blood Orange - Was sie nicht wissen


Klappentext:
Der erste Mordfall ihrer Karriere verlangt Anwältin Alison alles ab. Umso erstaunlicher ist es, dass sie sich phasenweise nicht im Griff hat, zu viel trinkt und der Affäre mit einem Kollegen kein Ende setzen kann. Doch die gute Ehefrau und Mutter in ihr gewinnt immer wieder die Oberhand. Außerdem will Alison das Schuldeingeständnis ihrer Mandantin nicht anerkennen. Ein untrügliches Gespür sagt ihr, dass die seit Jahren körperlich und seelisch misshandelte Frau ihren Mann nicht erstochen hat. Und so treffen zwei Frauen aufeinander, die etwas gemeinsam haben. Doch sie wissen es nicht. Noch nicht …


Nur noch eine Nacht, dann höre ich auf. Ich beobachte dich. Und weiß, was du tust.
Anwältin Alison hält ihr Leben mühsam zusammen - bis ihr der erste Mordfall völlig den Boden unter den Füßen wegzieht …

Meine Meinung:
Der Prolog des Buches hat mich sehr verwirrt. Ich habe einige Zeit gebraucht in das Buch zu finden und die teilweise sehr verworrenen Zusammenhänge des Prologs zu entwirren. Dies hat meiner Lesefreude leider etwas geschadet. 
Der Plot an sich ist gut durchdacht und es steckt Potential in der Geschichte. Allerdings haben die Banalitäten und Obszönitäten des Buches gestört. Wir lernen Alison kennen, die scheinbar unzufrieden ist und ihren Weg im Leben neu suchen muss. Sie stürzt sich in eine Affäre. Ihr Mann Patrick kümmert sich um die gemeinsame Tochter. Alison scheint den Anschluss an das Familienleben verloren zu haben.  Ihre Karriere ist auf dem Höhepunkt angelangt und der Mordfall den sie lösen soll, zeigt einen narzisstischen und gewalttätigen Ehemann, der seine Frau unterdrückt hat und auch vor seinem Sohn nicht Halt gemacht hat.
Alison als Protagonistin ist kein einfacher Charakter und wurde so dargestellt, dass sie sehr unsympathisch und emotionslos rüberkommt. Diese Antipathie wirkt sich leider auf den Spaß beim Lesen aus.
Die Handlung ist stellenweise vorhersehbar. Am Ende des Buches ergibt der Prolog einen Sinn und der Kreis scheint sich zu schließen. Dennoch habe ich sehr lange an diesem Buch gelesen und wurde von der Spannungen ie man beim Lesen eines Thrillers erwartet, enttäuscht.

3 von 5 Herzen 

Entspannung für Kopfmenschen

Entspannung für Kopfmenschen: Wie Körper und Geist zur Ruhe finden


Klappentext:
Entspannung leicht gemacht – auch für Skeptiker

Endlich einmal wieder richtig abschalten: rationalen Menschen fällt das oft schwer. Die (Atem-)Therapeutin Sonja Panthöfer gibt hilfreiche Denkanstöße, wie man als Kopfmensch eine gute Beziehung zwischen seinem Verstand, seinen Gefühlen und seinen Körperempfindungen aufbauen und damit besser ausruhen kann. Viele Körper- und Mentalübungen helfen beim praktischen Nachempfinden und schulen die Eigenwahrnehmung, die Fähigkeit zum Innehalten sowie den Umgang mit Schmerzen, Ängsten und Konflikten. So lässt sich Erholung, Stabilität und Resilienz aufbauen. Man kann seiner Umwelt auf Augenhöhe begegnen und Stress leichter bewältigen.

Meinung:
Der Klappentext des Buches verspricht nicht zu viel. Beim Lesen habe ich mich an einigen Stellen wiedergefunden und festgestellt, dass ich mehr ein Kopfmensch bin als ich letztlich geglaubt habe.
Die Autorin zeigt auf, dass wir keine Bodenhaftung mehr haben, alles zerdenken und die einfachen Freuden des Lebens gar nicht mehr zu schätzen wissen.
Außerdem beschreibt sie, dass Kopfmenschen nicht einfach loslegen und machen können. Sonja Panthöfer erklärt an einem Beispiel sehr schön, dass Kopfmenschen bei “einfach mal machen” sehr schnell in eine Überforderung geraten und das dann wieder Streß erzeugt. Um dem Streß zu entgehen springt sofort der Abwehrreflex an. Um dieses Problem zu lösen stellt sie Übungen vor, die dabei helfen loszulassen und einfach mal zu machen.
Außerdem betont Panthöfer, dass Ansprüche an das eigene Ich einfach mal heruntergeschraubt werden müssen und man auch mit weniger zufrieden sein kann. Weg vom höher, schneller, weiter- hin zu  ich bin gut so wie ich bin. 
Wichtig war für mich als Leser auch die Erkenntnis, dass Gewohnheiten auf Entscheidungen beruhen und man beides ändern kann um sein Leben gelöster und freier zu leben. 
Ein Buch was zum Nachdenken anregt und das eigene Leben hinterfragt. Wirklich empfehlenswert für Menschen, die sich manchmal selbst im Weg stehen und etwas verändern wollen.

5 von 5 Herzen

Samstag, 23. November 2019

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke: Wie Mikroben unseren Alltag bestimmen – Neues und Erstaunliches über unsere vielseitigen Mitbewohner

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke: Wie Mikroben unseren Alltag bestimmen – Neues und Erstaunliches über unsere vielseitigen Mitbewohner


Inhalt:
Schöner wohnen mit Mikroben
Wir können sie nicht sehen und doch leben wir mit Milliarden von ihnen zusammen: Mikroben. Sie bevölkern unser Bad, richten es sich kuschelig in unserem Schlafzimmer ein und lassen es sich in unserer Küche schmecken. Wie wir Bakterien, Viren und Pilze erfolgreich in Schach halten und welche uns und unserer Gesundheit sogar nützen, erzählt die Mikrobiologin Susanne Thiele so fundiert wie unterhaltsam.
Mit vielen Tipps für die richtige Hygiene im Alltag und für ein gesundes Leben mit unseren »Untermietern«.

Meine Meinung:
Wir kennen Mikroben meistens als diese unsichtbaren ekligen Viecher, die uns krank machen. Viele Menschen haben Angst davor und sind davon überzeugt, übertriebene Hygiene kann gar nicht übertrieben genug sein.
Die Wissenschaft ist allerdings schon deutlich weiter, wenn auch erst am Anfang sich damit auseinander zu setzen, dass es vor allem aber viele gutartige Mikroben gibt und was die so tun. Und wie wichtig diese für uns sind.
Es wird anschaulich mit zwei Mitteln gearbeitet: Süße Zeichnungen, wo die Mikroben nette Gesichter haben und vermenschlichte Beschreibungen "sind sehr anhänglich", "machen es sich gemütlich" etc. Das hilft bei der besseren Vorstellung der kleinen Wesen, die ja eigentlich nur kleine Biochemiekraftwerke sind, und ergibt einen lockeren, geradezu knuffigen Schreibstil. Man liest das Buch gerne sofort am Stück durch und erfährt viel Neues aus aktuellen Studien. Vor allem aber auch viel Nützliches für das eigene Leben und viel Nützliches über die kleinen nützlichen Einzeller um uns herum.
Ein unterhaltsamer Schreibstil bringt den Leser unheimlich oft zum Schmunzeln und lässt das doch recht sachliche Thema sehr locker erscheinen. 
Heutzutage werden ja gerne agressive Reiniger aus den Schränken geholt, um alles Mögliche im Haushalt zu desinfizieren und abzutöten. Dabei wird oft vergessen, dass es nicht nur schädliche Bakterien und Kleinstorganismen gibt, sondern auch eine Armee an guten Kerlchen, die unser Immunsystem stimulieren und dafür sorgen, dass wir in dieser vielschichtigen und immer schneller werdenen Welt überhaupt überleben können.Dieses Buch sollte unbedingt von allen Menschen gelesen werde, die Desinfektionsmittel für unverzichtbar halten und immer noch den Aussagen der Werbung vertrauen. Weniger könnte mehr sein und uns gesünder leben lassen.

Trotz alledem

Trotz alledem

Inhalt:
„Trotz alledem“: Hannes Waders Lebensgeschichte ist Arbeiterlied, Folksong und großer deutscher Gesellschaftsroman zugleich, geschrieben vom legendären Songwriter selbst. Kraftvoll, berührend, episch und poetisch wie in seinen Liedern erzählt Hannes Wader, was ihn und seine Musik geprägt hat: Nachkriegszeit auf dem Land, 68er-Jahre in Berlin, Deutscher Herbst, Friedensbewegung, der Kampf für eine gerechtere Welt und der Abschied von Illusionen. Ein Leben unter Frauen und Künstlern, mit Hunden und Pferden, Georges Brassens und Bob Dylan. Dieses Buch ist durch und durch Wader: direkt und aufrichtig, humorvoll, sarkastisch und nachdenklich-kritisch, voller Achtung für alle, die von einer besseren Welt träumen und für sie handeln.

Meine Meinung:
Hannes Wader schreibt seit einem halben Jahrhundert Texte, Songs, sein Leben..... ausdrucksstark und kritisch, fesselnd und emotionsgeladen....
Seine Biographie zeigt das Leben eines Künstlers, eines besonderen Menschens und eines Mannes, der einiges erlebt hat.
Er schreibt von seiner Kindheit mit strengen, fast lieblos wirkenden Eltern. Seine Jugend, als Lehrling- Dekorateur und schließlich lernt er Musiker kennen.... sein Leben bekommt eine ganz neue Wendung. 
Wader trampt durch Europa. Er wird als heimlicher Unterstützer der RAF beschuldigt und mindestens ein Jahrzehnt lang von sogenannten Verfassungsschützern verfolgt und bespitzelt. Seine Lieder, Chansons und Talking-Blues-Stücke werden spitzzüngiger und kommen auf den Index. Das bundesrepublikanische Radio und Fernsehen boykottiert den Barden.Wenn man nun sein Buch liest, in dem kunstvoll persönliche Erlebnisse mit den daraus entstandenen künstlerischen Geschöpfen wie seinen Liedern gleichsam abgeglichen werden, erkennt man deren tiefen inneren Zusammenhang. Man wird schon nach wenigen Seiten ergriffen von dem Gefühl, dass bei ihm die vollendete Wirklichkeit einen schier nicht enden wollenden Schatz an liedgewordenen Erfahrungen und Erlebnissen generiert hat, die uns über so viele Jahrzehnte verzückt haben.
Durch seine aktuellen literarischen Erzählungen werden seine ungezählten musikalisch-poetischen Schilderungen bedeutend plastischer und noch verstehbarer als zuvor.
Das Buch lässt uns viele seiner Inhalte gleichsam in einem eidetischen Zirkel vor Augen haben, in dem wir auch kleine Schritte und Aussagen einfach viel besser verstehen können.

Der Keller

Der Keller 


Inhalt:
Hannah und Heiko sind glücklich verheiratet und freuen sich auf ihr erstes Kind. Da erreicht Hannah der Hilferuf ihres Vaters: Ihre Mutter sei depressiv und selbstmordgefährdet, Hannah möge doch bitte kommen. Trotz ihrer Schwangerschaft fliegt sie in die Toskana, wo ihre Eltern ein Ferienhaus besitzen. Im Flugzeug lernt sie einen charmanten Herrn kennen, und da der Flieger erst am späten Abend in Florenz landet, nimmt sie die Einladung des sympathischen Fremden zu einem Abendessen in seinem Palazzo gerne an. Seitdem gibt es von Hannah kein Lebenszeichen mehr. Ihre Familie ist vollkommen verzweifelt, und auch die Polizei ist ratlos. Denn Hannah ist nicht die letzte junge Frau, die in der Toskana spurlos verschwindet.

Meine Meinung:
Hannah fliegt nach Florenz, um dem Vater bei der Pflege der Mutter zu helfen, doch sie kommt nie dort an. Vater und Ehemann melden sie in beiden Ländern vermisst, doch die Polizei scheint wenig Interesse an der Aufklärung der Vermisstmeldung zu haben. Als in einem abgelegenen Waldstück in den umbrischen Bergen Leichenteile einer Frau gefunden werden, steht die Identität der Toten bald fest: Hannah Gassen.
Doch sie bleibt nicht die einzige Frau, die in der Toskana spurlos verschwindet.
Der Fall von Hannah wird sehr detailliert geschildert und ist spannend aufgebaut. 
Bei den weiteren Vermisstenfällen stehen Planung, Motiv und Durchführung der Taten sowie die psychische Disposition und Entwicklung der Täter im Vordergrund.  Neris Ermittlungen treten dabei wie meist bei Thieslers Büchern in den Hintergrund. Die Psyche und das Vorgehen des Täters werden unheimlich spannend beschrieben.
NEris Familie wird schließlich in den Fall mit hinein gezogen und es kommt zu ungeahnten Wendungen. 
Das Buch ist ein unheimlich guter Thriller. Man denkt beim Lesen was das kann jetzt nicht wahr sein und dann setzt Thiesler immer noch eins drauf. Es bleibt ein durchweg spannendes und fesselndes Buch, das den Leser beeindruckt.


Die Fenster zum Himmel

Die Fenster zum Himmel


Inhalt:
Auf der Suche nach seinem Platz in der Welt fand er die Fenster zum Himmel.

Kastilien, 1474: Eigentlich sollte Hugo de Covarrubias den Wollhandel seines Vaters fortführen. Doch dann wird er Opfer einer List und muss hilflos mit ansehen, wie sein raffgieriger Stiefbruder zum rechtmäßigen Erben erklärt wird. Hugo hingegen wird nach Flandern entsandt. Dort soll er das Handwerk seiner Familie von der Pike auf lernen. Aber auch in der Fremde – weit entfernt von seiner Heimat und seiner geliebten Freundin Berenguela – erwarten ihn nur Niedertracht und Gefahr. Hugo muss letztlich flüchten. Er ahnt nicht, dass seine abenteuerliche Reise über das kalte Neufundland und die afrikanischen Wüsten ihn schließlich zu seiner wahren Bestimmung führen wird.

Meine Meinung:
Wir lernen beim Lesen Hugo kennen, der ein zum einen sympathischer, zum anderen aber auch recht einfach gestrickter Protagonist ist. Ihm widerfährt immer wieder List und Tücke und er scheint aus seinen Fehlern nicht zu lernen. Er flüchtet schließlich vor der Gefahr, der er durch seine Naivität ausgesetzt ist und landet schließlich in Afrika, wo sein Leben wieder einen Sinn zu ergeben scheint.
Der Autor beschreibt alle Szenen sehr bildhaft und ausführlich, teilweise zu detailreich. Die Geschichte hat ihre Längen, lässt sich aber sonst gut lesen und ist verständlich aufgebaut. wer einen typischen historischen Roman erwartet, irrt sich, denn es ist schon fast ein historischer Krimi, den man hier zu lesen bekommt, zumindest teilweise. Das Ende war in meinen Augen sehr vorhersehbar, aber dennoch nicht schlecht. 
All Protagonisten sind klar strukturiert dargestellt und mehr oder weniger sympathisch, je nach Rolle. An sich ein gutes Buch mit einigen Längen.


Samstag, 9. November 2019

Von allen Seiten

Von allen Seiten


Inhalt:
Ben hat die Nase voll von seinem geizigen Vater und seiner psychotischen Mutter. Ihn langweilt sein tristes Leben, nur ab und zu unterbrochen von kurzen Glücksmomenten beim Benzinschnüffeln. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Rikki macht er sich auf die Suche nach einem neuen Leben, nach seinem Leben, und nichts und niemand wird ihn aufhalten. Ziel ist Stavanger, ein paar Kilometer weiter nördlich. Dort lebt sein Onkel Rudi, der sich einen Dreck schert um Recht und Gesetz. Allein das große Geld zählt. Ben und Rikki verlassen ihr Zuhause mit der kleinen Hoffnung auf ein bisschen Glück, doch das Schicksal hat etwas anderes mit ihnen vor.

Meine Meinung:
Die Geschichte der beiden Brüder, die vor sich selbst und ihrer teilweise sehr brutalen und traurigen Lebensgeschichte und auch Familie fliehen ist anfangs interessant. Sie wird intensiv beschrieben und nimmt den Leser mit.
Ich finde es schade, dass Renberg die Charaktere nicht weiter ausbaut und flach beschreiben, ohne wirklich Tiefe und Beweggründe zu beleuchten. Dies hatte ich erwartet und war entsprechend enttäuscht. Nicht nur die Brüder begleiten wir, sondern auch ihren Onkel Rudi, Jan Inge und noch weitere spezielle Charaktere. Dabei wird jede Person mit ihrer individuellen Vergangenheit beleuchtet. Ihre Handlungen werden dafür nachvollziehbarer. Insgesamt war der Sprachstil zu nüchtern und die Handlung flach. Erst die letzten 150 Seiten konnten ich richtig flüssig lesen und der Handlungsstrang war richtig spannend. An sich ist dieser Plot gut nutzbar aber wurde wenig ausgebaut und ist leider sehr flach gehalten. 
Für mich ein Buch, aus dem viel mehr hätte werden können.